Hutschenreuther Porzellan

Im Bayern des frühen 19. Jahrhunderts gab es bereits Porzellanfabriken – der entscheidende Impuls für die industrielle Porzellanfertigung ging allerdings von der Fabrikgründung des Carl Magnus Hutschenreuther (1794 – 1845) aus.

Porcellain-Fabrique mit eigener Produktion ab 1822

Der Gründer der „Porcellain-Fabrique“ in Hohenberg an der Eger war aus Thüringen zugewandert und erhielt im Jahr 1822, 8 Jahre nach seiner Unternehmensgründung die Konzession zur Porzellanfabrikation. Bis dahin wurde die Weißware für seine Porzellanmalerei Wallendorf und Schleiz (Thüringen) bezogen.

Zur neuen Konkurrenz wurde der eigene Sohn Lorenz Hutschenreuther (1817 – 1886) als er eine der bedeutendsten deutschen Porzellanfabriken im wenige Kilometer entfernten Selb aufbaute und damit Fabrikanten-Gründungswelle startete, die die strukturschwachen Regionen Nordostoberfrankens und der nördlichen Oberpfalz zu Zentren der gesamtdeutschen Porzellanindustrie machte.

Hutschenreuther übersteht die Kriegs- und Krisenjahre

Konkurrenten in der Strategie, Ähnlichkeiten in der Produktions-Ausrichtung. Auf den zügigen Aufbau des Hutschenreuther Formenschatzes folgte eine außerordentlich produktive Phase, die nach einer Überarbeitung der Bestände mit Sortimentsbereinigung während des 1. Weltkriegs zu Ende ging.  Auf den wirtschaftlichen Aufbruch in den 1920er Jahren folgte die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und eine Zwangspause während des Zweiten Weltkriegs. Mit Aufträgen der amerikanischen Besatzungsmacht und einsetzender privater Nachfrage ab 1950/51 schafften beiden Hutschenreuther Werke eine erfolgreiche Neuaufnahme der Porzellan Produktion.

Als ab dem Jahr 1989 zunächst die Grenzen nach Osteuropa für den Warenhandel geöffnet wurden und darüber hinaus immer mehr Porzellan aus asiatischen Produktionen nach Europa importiert wurden, bliebt der unternehmerische Erfolg zunehmend aus. Die Marke Hutschenreuther und nachfolgend von den Wettbewerbern Rosenthal und BHS Tabletop übernommen.