Porzellan im Brennprozess
Was bedeutet Porzellanbrand?
Der Porzellanbrand ist der entscheidende Prozess, bei dem aus der rohen Porzellanmasse ein widerstandsfähiges, dichtes und glänzendes Material entsteht. Während des Brennvorgangs werden die mineralischen Bestandteile der Masse, darunter Kaolin, Feldspat und Quarz, miteinander verschmolzen. Dadurch erhält das Porzellan seine charakteristische Härte, Transparenz und Wasserundurchlässigkeit.
Unter welchen Bedingungen wird Porzellan gebrannt?
Porzellan wird in zwei Brennphasen hergestellt: dem Schrühbrand bei etwa 900–1.000 °C und dem Glattbrand bei Temperaturen zwischen 1.200 und 1.450 °C. Der hohe Glattbrand bewirkt, dass sich die Bestandteile vollständig verbinden und eine glasartige Struktur entsteht. Um die Oberfläche zu veredeln, wird oft eine Glasur aufgetragen, die beim zweiten Brand mit dem Material verschmilzt.
Gibt es einen Unterschied zwischen Porzellanbrand und Keramikbrand?
Ja, der wichtigste Unterschied liegt in der Temperatur und der Materialzusammensetzung. Während Porzellan bei Temperaturen über 1.200 °C gebrannt wird, reicht für andere Keramiken wie Steingut oder Terrakotta oft eine niedrigere Temperatur von 900–1.100 °C aus. Porzellan ist zudem dichter und härter als andere Keramikarten, da es durch den Hochbrand nahezu vollständig gesintert wird.
Für DIY-Fans – was braucht man, um einen Porzellanbrand zu Hause durchzuführen?
Für den Porzellanbrand zu Hause benötigt man einen speziellen Brennofen, der Temperaturen über 1.200 °C erreichen kann. Zudem sind geeignete Porzellanrohlinge oder selbst geformte Porzellanmasse, Glasuren und gegebenenfalls keramische Farben erforderlich. Da herkömmliche Haushaltsöfen diese Temperaturen nicht erreichen, müssen Hobby-Keramiker einen Brennofen kaufen – oder – auf externe Brennservices oder Werkstätten zurückgreifen.
Entsprechende Keramik- bzw. Porzellan-Brennöfen ohne Starkstrom sind bereits ab wenigen Tausend Euro im Fachhandel erhältlich.